
Bad Mergentheim

| Projektdetails | |
|---|---|
| PV-Fläche | 796,7 m² PV-Generatorfläche |
| Nennleistung | 200 kWp |
| Anz. und Art der Module | 408 bifazial nutzbare PV-Module |
| Art | PV-Parkplatzüberdachung |
| Prognostizierte jährl. Netzeinspeisung | 171.995 kWh pro Jahr |
| Spezifischer Jahresertrag | 980 kWh/kWp |
| Vermiedene CO₂-Emissionen | ca. 80.821 kg CO₂ pro Jahr |
PARK-SOLAR für die Stadtwerke Tauberfranken
„PARK-SOLAR Stadtwerke Tauberfranken“ in Bad Mergentheim ist eine Parkplatzüberdachung in der Form eines Solarkraftwerks, die eine bestehende Verkehrsfläche mehrfach nutzbar macht. Das Bauwerk verbindet Witterungsschutz, regenerative Stromerzeugung und die infrastrukturelle Vorbereitung für lokale Energie- und Mobilitätsanwendungen. Bereits versiegelte Fläche wird ohne zusätzlichen Landschaftsverbrauch energetisch aktiviert und funktional aufgewertet. Die Anlage ist als netzgekoppelte Photovoltaikanlage mit 200 kWp ausgelegt. Auf 796,7 m² PV-Generatorfläche sind 408 Module angeordnet; die jährliche Netzeinspeisung beträgt prognostisch 171.995 kWh.


Konstruktion
Das Bauwerk basiert auf einer zugbeanspruchten Stahlbaukonstruktion nach dem Vorbild von Hängebrücken und Hängedächern. Auf den hochfesten Stahlbändern werden die PV-Module direkt befestigt, was eine tragende Dachhaut unnötig macht. Das Tragwerk ist als schlanke, hochbelastbare Leichtbaulösung entwickelt und benötigt nur einen Bruchteil der Aufstandsfläche und des Konstruktionsvolumens konventioneller Systeme. Durch die Tragwerksoptimierung werden die Materialeigenschaften des Stahls effizient genutzt; daraus ergeben sich kleinere Fundamente sowie ein reduzierter Bedarf an Beton und Baufläche. Die Konstruktion ist selbst bei nachträglicher Überbauung bestehender Parkplätze wirtschaftlich umsetzbar und ermöglicht kurze Bau- und Ausfallzeiten.
Innovation
Die Innovation des Projekts liegt in der konsequenten Verbindung von Leichtbau, Energieinfrastruktur und Mehrfachnutzung bestehender Flächen. Aus einem monofunktionalen Parkplatz wird ein Solarkraftwerk mit Wetterschutz und Potenzial für Ladeinfrastruktur, Speicher und Energiemanagement. Besonders ist der integrale Ansatz: Konstruktion, Photovoltaik, Montage, Inbetriebnahme und Betrieb werden systemisch zusammengedacht. Die technische Lösung überträgt Prinzipien aus dem Brücken- und Dachtragwerksbau auf Parkplatz-Photovoltaik und entwickelt daraus ein eigenständiges, ressourcenarmes Infrastruktursystem mit hoher Übertragbarkeit auf weitere Standorte.

Gestaltung
Die gestalterische Qualität des Bauwerks entsteht aus der Konstruktion selbst. Die leichte, ruhige und transparente Struktur wirkt technisch präzise, ohne dominant zu erscheinen.
Durch die schlanke Bauweise bleiben Sichtbeziehungen, Adressbildung und Wahrnehmbarkeit des Standorts erhalten. Die Überdachung ordnet den Parkplatz, spendet Schatten und Witterungsschutz und wertet die Fläche architektonisch auf, ohne sie zu überformen. Das Erscheinungsbild verbindet funktionale Klarheit mit eleganter Zurückhaltung und macht die Energiegewinnung im Alltag sichtbar. Gerade diese Verbindung von technischer Logik und räumlicher Präsenz prägt den Charakter des Bauwerks.



Nachhaltigkeit / Ressourceneffizienz
Das Projekt steht für eine ressourcenschonende Aktivierung bereits versiegelter Flächen. Durch den konsequenten Leichtbau werden Rohstoffe, Konstruktionsgewicht, Fundamentgrößen und Primärenergieeinsatz reduziert. Gegenüber konventionellen Lösungen nennt PARK-SOLAR einen um rund 30 % geringeren CO2-Abdruck bei zugleich geringerem Ressourcenverbrauch. PV-Module können bifazial genutzt werden. Die Anlage erzeugt CO2-freien Strom direkt am Ort des Verbrauchs, kann lokale Lasten versorgen und verbessert so die Gesamtenergiebilanz des Standorts. Für Bad Mergentheim werden ein spezifischer Jahresertrag von 980 kWh/kWp und vermiedene CO2-Emissionen von 80.821 kg pro Jahr prognostiziert.













